Oasen zwischen Beton

Urban Gardening für Einsteiger

Genau genommen bedeutet Urban Gardening städtisches Gärtnern. Wer jetzt allerdings nur Schrebergartenparzellen, Balkone und handtuchgroße Vorgärten im Kopf hat, denkt zu kurz. Urban Gardening hat die ganze Stadt im Visier. Jeder Winkel wird von Pflanzenfreunden erobert und in kleine und große Oasen verwandelt. Urbane Gärtner begrünen bisher ungenutzte Flächen, von der Baumscheibe vor der Haustür bis zur Industriebrache, vom Hinterhof bis zum Dach.

Urban Gardening in der Stadt

Gerade in der Stadt sind viele Flächen versiegelt, also gepflastert, geteert oder betoniert. Für die Verwandlung in ein grünes Paradies ist dieser Untergrund aber kein Problem. Urban Gardening funktioniert nämlich auch in Pflanzgefäßen. Ob alte Fässer oder Badewannen, Kisten und Säcke oder selbst gezimmerte Hochbeete aus Holz: Erlaubt ist, was Pflanzsubstrat halten kann und Wasser abfließen lässt. Ein Vorteil dieser mobilen Beete ist, dass sie schnell wieder abgebaut sind, wenn die Fläche anderweitig genutzt werden soll.

Gärtnern in der Stadt

Ein besonderer Aspekt des Urban Gardening ist die Gemeinschaft. Natürlich kann man auch sein eigenes Flecken Stadt begrünen. Aber wer Lust hat, schließt sich einem Gemeinschaftsgarten an. Hier treffen sich Gleichgesinnte zum Jäten und Harken, Gießen und Graben, Säen und Pflanzen. Die Ernte wird unter allen Gärtnern geteilt – und manchmal auch gemeinsam verspeist. Was in den 1970er-Jahren in New York und Los Angeles begann, vereint auch längst in deutschen Städten begeisterte Hobbygärtner.

Urban Gardening

Fünf Ideen für Urban Gardening

  1. Lust, mit anderen gemeinsam in der Erde zu buddeln? An Schwarzen Brettern, im Internet und über Social Media suchen Gemeinschaftsgärten oft nach Interessierten. Alternativ dazu lockt der Schrebergarten. Wer gerne eine Parzelle übernehmen möchte, nimmt Kontakt zu den Kleingartenvereinen der Stadt auf.
  2. All diejenigen, die ihren grünen Daumen erst einmal für eine Saison testen möchten, können einen vorbereiteten Ackerstreifen pachten und hier Gemüse, Kräuter und Blumen anbauen.
  3. Auch der betonierte Hinterhof wird zur grünen Oase: mit mobilen Beeten, die bei Bedarf auch wieder abgebaut werden können. Zinkwannen, Jutesäcke und Kisten aus Holz oder Kunststoff lassen sich problemlos bepflanzen. Wichtig: Abzugslöcher für das Wasser nicht vergessen!
  4. Der Balkon ist einfach zu klein? Es gibt Pflanztaschen, die an die Wand gehängt zu vertikalen Beeten werden. Und in offenen Regalen ist Platz für Blumentöpfe und Kräuterkästen. So wächst der Balkongarten in eine weitere Dimension.
  5. Auch auf Flachdächern ist Platz für eine grüne Oase. Ob hier gegärtnert werden darf, sollte aber zunächst mit dem Vermieter und einem Statiker geklärt werden.