Rhododendron und Hortensien

Was der pH-Wert mit den Rhododendren und Hortensien zu tun hat.

 

Rhododendron

Rhododendren sind unkomplizierte Blütengehölze, vorausgesetzt, die Standortbedingungen stimmen.

Sie bevorzugen halbschattige Plätze z. B. unter Bäumen oder Standorte, die nicht den ganzen Tag der vollen Sonne ausgesetzt sind. Rhododendren sind Flachwurzler, deshalb ist auf eine ganzjährig gleichmäßige Bodenfeuchtigkeit zu achten. Staunässe ist dagegen auf jeden Fall zu vermeiden. Humosen Boden ist wichtig, aber sie wachsen auch an Standorten mit geringer organischer Substanz; wichtig ist hier eine saure und lockere Auflageschicht.

Rhododendren gedeihen in einem weiten pH-Bereich, vitale Pflanzen bevorzugen aber einen Standort um einen pH-Wert von 5. Bei höheren pH-Werten, also bei neutralen und kalkreichen Böden, kommt es zu schweren Mangelerscheinungen. Die Pflanzen können Eisen und Magnesium nicht aufnehmen, die zur Bildung des Blattgrüns notwendig sind.

Gelbe Blätter bei anfangs noch grünen Blattnerven, bis hin zu Chlorosen und verminderte Blühfähigkeit sind die Folge. Saure Böden sind nur in wenigen Gärten gegeben. Um sich trotzdem an den prächtigen Blütengehölzen zu erfreuen, muss man kalkreiche, schwere Böden mit nicht aufgekalktem Torf versetzen, um so den pH-Wert zu senken.

Zusätzlich muss eine Düngung den Anforderungen der Rhododendren angepasst werden. So können diese trotz schwieriger Standortbedingungen alle Nährstoffe aufnehmen und ihre volle Blütenpracht entfalten.

 

Hortensien

Auch Hortensien bevorzugen schwach saure Böden mit pH-Werten zwischen 5,5 und 6,5. Blaue Hortensiensorten benötigen sogar noch niedrigere pH-Werte um 4,5. Sonst verlieren sie ihre Blaufärbung und die Blütenfarben verblassen oder schlagen in Rosa um.

Für den Erhalt der Blaufärbung ist zusätzlich Aluminium nötig, das von den Wurzeln aus dem Bodenwasser aufgenommen wird. Aluminium verbindet sich in den Blütenzellen mit dem ausschließlich in rosa und roten Sorten vorhandenen Pflanzenfarbstoff Delphinidin zur Farbe Blau. Rosa Sorten eignen sich am besten zur Umfärbung; bei roten Sorten dominiert das Rot so stark, dass bei der Umfärbung lediglich violette Töne entstehen. Weiße Sorten lassen sich nicht umfärben.

Im Garten und in Kübeln lassen sich die pH-Werte des Pflanzsubstrates durch Zumischung von nicht aufgekalktem Torf senken. Da dies allein erfahrungsgemäß nicht genügt, um die Blaufärbung zu erhalten, müssen die Pflanzen zusätzlich mit Alaun, einem Aluminiumsalz, versorgt werden.

 

Besondere Pflegetipps

Mittlerweile sind kalktolerante Rhododendren auf dem Markt, die sich auch für weniger saure Gartenböden eignen. Es handelt sich dabei um veredelte Rhododendren auf kalkverträglichen Unterlagen.

Auch diese Sorten stellen komplexe Anforderungen an die Zusammensetzung der Nährstoffe und sollten deshalb regelmäßig mit einem geeigneten Dünger versorgt werden.